Aktuelles von der Prachttomate


Compost the rich!

Im Kampf gegen Klimakatastrophe und für Klimagerechtigkeit wie gegen die Folgen der Teuerungen wäre massives Umverteilen ein Anfang. Umverteilen von Entscheidungsmacht, Ressourcen, Kapital – national und global.

Letztlich braucht es grundlegende Veränderungen. Denn der Klima und Artenvielfalt schädigende, Krisen produzierende und auf Wachstum und Geldvermehrung festgelegte, neokolonial grundierte Kapitalismus ist es, der viele Menschen sozial an den Rand drängt, verletzlich macht und ausbeutet, insbesondere die Mehrheit der Menschen im Globalen Süden, die am wenigsten zu den weltweiten Emissionen beitragen aber am meisten unter deren Folgen zu leiden haben.

Reiche und Regierende reden gern von Verzicht und „schweren Zeiten“, getroffen werden in der Krise jedoch immer die Ärmeren, die Ausgeschlossenen, die Überflüssigen. Diesen Verantwortlichen glauben wir kein Wort. Was wir erreichen wollen müssen wir von unten erkämpfen, gemeinsam und solidarisch! Lasst uns unsere Grundbedürfnisse wie Gesundheit, Energie, Wohnen, Ernährung, Mobilität jenseits von Markt und Profit organisieren und in selbstverwaltetes Gemeingut überführen. Enteignen, aber richtig! (aus einem Redebeitrag zum „Rabatz aufm Platz“)

Schnippeldisko

Kommenden Samstag, 28.10., wollen wir mit euch zusammen ab 14 Uhr bei gut gewürzter Musikbeschallung Gemüse verschnippeln. Geplant ist eine große Kürbissuppe überm Feuer, gegebenfalls noch eine weitere Suppe und Salate, auf jeden Fall gefüllte Teigtaschen, die wir im Lehmofen backen werden. Küfa (Küche für alle) gibts dann ab 16 Uhr.

Dabei wollen wir uns über die steigenden Preise und Mieten austauschen, überlegen wo wir uns Hilfe holen, wie wir uns gemeinsam unterstützen und wie wir solidarisch Protest und Widerstand gegen die Zumutungen der Krise organisieren können. Tun wir uns zusammen!

Ach ja, wir freuen uns über kleine und größere Lieferungen von vor der Tonne geretteten Lebensmitteln, die wir mit verschnippeln können. Gern könnt ihr sie auch schon am Vortag, 27.10., von 17.30 bis 18.30 Uhr zu unserem Fairteiler-Tisch bringen.

Gegen Armut, Krise, Politik – für ein Leben in sozialer Sicherheit und ohne Angst!

Deckeln – Umverteilen – Vergesellschaften

10 % Teuerung! Existenzängste bei vielen. Ärger. Wut. Und die Preise steigen weiter, trotz Neuauflagen sog. Rettungspakete, die in der Vergangenheit zuvorderst dieselben wenigen Reichen immer noch reicher gemacht haben. Gering- wie Normalverdienende dagegen sollen schon wieder zahlen, unter dem Fahnenappell der Regierenden, sich national unterzuhaken, zu sparen.

Was wir wollen ist sicher und warm über den Winter zu kommen, und das klimagerecht ohne ein Rollback fossiler Energien und ohne die damit zusammenhängende neokoloniale Ausbeutung in Ländern des Globalen Südens. Energiepreisdeckel können nur ein erster Anfang sein. Um diese Spekulationen einzudämmen, die alltägliche Herrschaft des Preises und damit des Profits zu durchbrechen, braucht es umfassendere, das Übel an der Wurzel packende Rettungspakete. Wie zum Beispiel jene, Wohnen, Mobilität, Gesundheit, Ernährung, Energie als Gemeingüter zu organisieren, in Selbstverwaltung. Für ein Leben ohne Angst und in sozialer Sicherheit.

Raus auf die Straßen und Plätze!

Zum Beispiel zur Bündnisdemo am 12.11.22 wie zu vielen anderen auch dezentralen Aktionen: https://umverteilen.jetzt

Kürbisse für alle!

Der Aufbau unseres Fairteilers geht weiter. Wir wollen ab heute neben der Ernte aus Kleingärten nun vor allem gerettete Lebensmittel verteilen. Hierzu arbeiten wir mit dem Netzwerk Foodsharing zusammen, konkret mit deren Saver*innen, die Lebensmittel aus Supermärkten, Cafés, Märkten und Privathaushalten vor der Mülltonne retten.

Mal wird es viel, mal wenig sein was euch als Abholende erwartet, mal überwiegt dieses, mal jenes auf unseren Verteiltischen. Überraschungen gibt´s immer. Schaut vorbei, zwischen 18 und 19 Uhr, immer freitags.

Willst du uns und den Fairteiler unterstützen? Oder willst du selbst Lebensmittel oder Ernten retten und abholen? Sprich uns direkt im Garten an oder schreib uns ne Mail.

Für eine Mensch, Natur und Klima schützende Nahrungsmittelproduktion und Ernährung, die Verschwendung unnötig macht! Gegen die soziale Krise(n) der Konzerne, der Politik, des Staates und eines Systems das wenige Reiche reicher und viele Arme und Normalverdienende ärmer macht. Unterstützen wir uns gegenseitig und nehmen die Dinge selbst in die Hand!

Um letztlich auch das durchaus widersprüchliche Foodsharen, das zwar rettet aber auch paktiert, abschaffen zu können. In diesem Sinne: Kürbisse für alle!

Erstmal nur ein Symbolbild Dieser Gartenkürbis landete tatsächlich frisch geerntet im Fairteiler

Fette Ernte für die solidarische Stadt

Wir wollen einen selbstverwalteten Fairverteiler für überschüssiges Gemüse und Obst aus den (Schreber)Gärten Nordneuköllns aufbauen. Denn manche Gärtnernde wissen phasenweise vor lauter Kürbissen und Zucchinis nicht wohin damit.

Hintergund unseres Unterstützungsangebots sind die allenthalben steigenden Preise und die unzureichende Absicherung vieler Menschen. Viele unserer Nachbar*innen müssen sich jetzt und zukünftig noch mehr strecken als bisher schon um über die Runden zu kommen. Etwas Abhilfe kann hier hoffentlich unsere Verteilerstelle leisten.

Die Weitergabe der frischen Ernten soll jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr sein. Geplanter Start: kommenden Freitag, 09.09.22.
Wir freuen uns auf euch!

Oder willst du dich an der Organisation des Fairteilers beteiligen? Dann komm rum oder melde dich per Mail!

Kiezkino: „Morias Garden“

Am Freitag 02.09. zeigen wir gegen 20.30 Uhr den Film „Morias Garden“ (Karla Christine Blume, 2022, OmeU, 89 min), als Vorpremiere.

Im Lager Moria, ein völlig überfülltes Camp für Geflüchtete auf der griechischen Insel Lesbos, das 2020 abbrannte, entstanden mit und für Geflüchtete Orte zum etwas Luftholen und Abschalten. So auch ein Musikworkshop einer NGO, in dem die Schüler*innen das Gitarrenspielen lernen. Trotz oder gerade aufgrund ihrer würdelosen Unterbringung, der Ruinen, der Toten und dem unmöglichen Leben ihrer Vergangenheit versuchen sie sich damit ein Stückchen Halt zu geben im Lageralltag. Europa versucht währenddessen, die ins Abseits gestellten Menschen des Südens weiter zurückzuhalten, die um ihr Leben, ihre Ziele und ihre Träume kämpfen. Die Festung Europa wird Zaun um Zaun, Pushback um Pushback ausgebaut.

Nach dem Film wollen wir uns mit der Regisseurin austauschen, die mit frischen Eindrücken aus Lesbos zurückkommt, mit einem Protagonisten des Films, der Moria durch“leben“ musste und am Musikworkshop teilnahm sowie mit Women in Exile, ein Netzwerk das gegen das hiesige Lagersystem kämpft und wo geflüchtete Frauen sich verständigen und self-empowern können.

Kein Eintritt, Spenden willkommen.

Kiezkino: „Unser Haus“ und „Eigenbedarf“

Kommenden Montag, 29.08.22 zeigen wir gegen 20.30 Uhr zwei Filme zu Besetzungen von Obdachlosen in Köln und Hannover.

„Unser Haus! Kölner Obdachlose helfen sich selbst“ (Susanne Böhm und Tarja Kühne, 2020, dt., 32 min): Obdachlose besetzen mitten in der Corona-Pandemie ein Haus am Großmarkt. Ihre Vision: gemeinsam wohnen und arbeiten. Die Stadtverwaltung Köln will räumen, eine Hundertschaft Cops ist schon angerückt, doch die Besetzer*innen können das in letzter Minute abwenden – dank breiter Unterstützung, vom Autonomen Zentrum (AZ) Köln bis hin zu prominenten Personen und der lokalen Bevölkerung. Die Bewohner*innen beginnen das Haus daraufhin instandzusetzen. Doch das soll abgerissen werden, zugunsten des Vorzeigeprojektes „Parkstadt Süd“, das zuvorderst Kapitalinteressen bedient. Mit ihrem Verein OMZ (Obdachlose mit Zukunft) treten sie in Verhandlungen mit der Stadt. Sie sollen in eine Ersatzimmobilie wechseln.

„Eigenbedarf – Leben auf dem Schleudersitz“ (Raphael Knipping und Michael Trammer, 2022, dt., 37 min): Ina, Max, Carina und mehrere Freund*innen sind wohnungslos. Mitten im Corona-Winter 2020 müssen sie teilweise im Freien schlafen. Notunterkünfte der Stadt Hannover böten keine Perspektive, sagen sie. Angesichts der drohenden Kälte versuchen zunächst linke Aktivist*innen mit einer öffentlich angekündigten Besetzungsaktion städtischen Leerstand in Wohnraum für obdach- und wohnungslose Menschen zu verwandeln. Die Cops räumen allerdings sofort. Auf einmal ergibt sich eine neue Möglichkeit dem Leben auf der Straße zu entfliehen: Aktivist*innen haben heimlich einen weiteren Leerstand geöffnet. Die Freund*innen haben echten Eigenbedarf und werden zu Hausbesetzer*innen. Über ein Jahr leben in der heimlichen Besetzung verschiedene Menschen wie auf dem Schleudersitz, immer in der Angst die Stabilität, die ein Dach über dem Kopf bietet, wieder zu verlieren.

Im Anschluß wollen wir uns mit am Film Beteiligten aus Hannover und mit Bewohnenden wie Unterstützenden der Berliner Habersaathstraße 40-48 austauschen. Dieses Wohnprojekt von Obdach- und Wohnungslosen, das aus einer Besetzung hervorgegangen ist, hat mit viel öffentlichem Druck erreicht, dass es bis zum nach wie vor geplanten Abriß des Gebäudes weiter dort bleiben kann.


Ey, SOmMeRfesT!

Kommenden Samstag 20.08. ab 15 Uhr laden wir euch zu unserem mittlerweile zwölften Sommerfest im Garten ein. Das Soli geht diesmal dringend – an uns selbst.

Live & in Farbe: Describing Unity (anarcha-queer-folk-punk)
Ni bandurria Ni zorsal (latin folk) * Schotische Mondlandung (cumbia)
YDEG (emo-postpunk) * Intare & TisL & DJ Pipapo (rap)

Lehmofenpizza * weitere Küfa * Kuchen * kühle Getränke & Cocktails * Tischtennis * Kindertrampolin * Open-Mic für Hinweise/Redebeiträge * Siebdruck-Stuff * Lagerfeuer

Silent Disko ab 22 Uhr

Für die Stadt von unten – gegen die Stadt der Reichen!

Kiezkino: „Der laute Frühling“

Kommenden Freitag, 12.08.22, zeigen wir gegen 20.30 Uhr den Dokumentarfilm Der laute Frühling von Johanna Schellhagen (2022, engl./dt. m. dt. U., 62 min). Im Anschluß findet ein Austausch mit der Regisseurin statt. Menschen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung sind angefragt.

Seit Beginn der UN-Klimakonferenzen im Jahr 1992 sind die jährlichen CO2-Emissionen nicht zurückgegangen. Vielmehr haben sie um über 60 % zugenommen. Die Auswirkungen der Klimakatastrophe machen sich mittlerweile auch hierzulande, im Globalen Norden, drastisch bemerkbar. Die national und global Verantwortlichen der Staaten und Konzerne wollen uns glauben machen, der grüne Kapitalismus und technische Lösungen können uns retten. In der globalen Klimabewegung setzt sich jedoch mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass es so nicht weitergehen kann und dass wir einen Systemwechsel brauchen. In Der laute Frühling schauen wir deshalb auch mit Hilfe von animierten Szenen in die Zukunft, die dringend eine der tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformationen sein müsste. Der Film versucht, Hinweise zu geben wie und durch welche revolutionären Subjekte diese Veränderungen angestoßen werden könnten.

Die Bar ist ab 19.30 Uhr geöffnet. Kein Eintritt, Spenden gerne.

Kiezkino: „Bodies we take to the streets“

Es ist August, und es ist wieder Kiezkino im Garten.

Unsere Kinoreihe mit zunächst vier Filmen startet am Dienstag, 09.08.22 gegen 20.30 Uhr mit Bodies we take to the streets (2021, dt. m. engl U., 62 min). Die Bar ist ab 19.30 Uhr geöffnet. Sollte es doch regnen – wir haben Pavillons und Schirme. Eintritt frei, Spenden gerne!

Der Film porträtiert fünf in Berlin lebende, in verschiedenen Gruppen und Netzwerken aktive Frauen und beleuchtet eine transnationale Perspektive auf feministische Kämpfe. Es werden unterschiedliche Unterdrückungsmechanismen angesprochen, die indirekt und über nationalstaatliche Grenzen hinaus miteinander verwoben und mit Themen rund um soziale Gerechtigkeit, Rassismus und dem Kampf gegen Rechts verbunden sind. Bodies we take to the streets zeigt die Vielfalt einzelner regionaler Proteste und stellt gleichzeitig aber auch die Frage nach Gemeinsamkeiten.

Im Anschluß wollen wir uns über den Film austauschen. Die Regisseurin Bianca Theis wird teilnehmen. Collaboration Of Liberation, Netzwerk Reproduktive Gerechtigkeit, Women Defend Rojava und International Woman Space sind angefragt.

Unsere weiteren Filme:

Freitag 12.08.22 – Der laute Frühling
Wie können wir die Klimakatastrophe aufhalten? Wie geht „systemchange“? Wer will Pipelines sprengen? Wie müssen tiefgreifende gesellschaftliche Transformationen aussehen? Wie kommen Klimaaktivist*innen und Arbeiter*innen zusammen? Nach dem Film Austausch mit der Regisseurin, Menschen der Klimagerechtigkeitsbewegung sind angefragt.

Montag 29.08.22 – Zwei Filme: Eigenbedarf – Leben auf dem Schleudersitz / Unser Haus
Obdachlose und Wohnungslose haben die Schnauze voll, haben Eigenbedarf und besetzen Wohnraum, in Hannover, in Köln.
Im Anschluss Austausch mit am Film „Eigenbedarf“ Beteiligten. Bewohnende der Habersaathstraße und Unterstützende sind angefragt.

Freitag 02.09.22 – Morias Garden (Vorpremiere)
Im Lager Moria, das 2020 abbrannte, entstanden mit und für Geflüchtete Orte zum etwas Luftholen und Abschalten, wie ein Musikworkshop, in dem die Schüler*innen das Gitarrenspielen lernen. Europa baut währenddessen seine Festung weiter aus. Nach dem Film Austausch mit der Regisseurin, die sich aktuell auf Lesbos aufhält. No Border Assembly u.a. sind angefragt.

Und im Garten so?

Mischkulturbeet mit Mais, Bohnen, Kürbis – und sich wild Ausgesäetem. Noch heute werden diese Milpa- oder Drei-Schwestern-Beete von den Mayas in Mittelamerika angebaut, auch von anderen indigenen Bevölkerungsgruppen andernorts.

Coole Marken

Gemeinschaftsgärten sind attraktiv, auch für Konzerne und vorgeschaltete Agenturen. Was mussten wir nicht schon Avancen abwehren von K+S Kali, Delivery, Zalando, Rewe Frischemarkt. Oder auch Versuche der ungefragten Indienstnahme wie von Signa (Hermannplatz) und irgendwelchen Immobilienverwerter*innen in der Nachbarschaft.

Aber gerade auch kleine und vorgeblich hippe Werbeklitschen haben Appetit auf Bilder idyllischen do-it-together Stadtgrüns. So wie Cee Cee Creative. Einst allein mit einem Gastro-Newsletter gestartet, bietet diese Agentur mittlerweile die klassische Palette kommunikativer Dienstleistungen. Immer noch zentral ist dabei der wöchentliche kommerzielle Newsletter für angesagte Restaurants, Märkte, Mode, Musik.

Hier findet sich embedded sponsoring für zum Beispiel die Automarke Kia (natürlich auch in der ressourcenfressenden und nach wie vor Mensch, Natur und Klima ausbeutenden E-Ausführung), für die Immobilienhaie der Ziegert-Gruppe oder die mietpreistreibende und zweckentfremdende Plattform AirBnB.

Ja, Cee Cee Creative haben´s wirklich raus, denn ihr ausdrückliches Konzept ist es, nur mit den richtig „coolen Marken“ zusammenzuarbeiten. Und das tolle ist, sie schreiben die Werbetexte alle auch noch selbst. Mehr geht wirklich nicht an Kund*innenservice und -anbindung. Aber gern ohne uns. Kein Shooting ina Tomate. Leider könnte ihr geplanter Berlin Urban Gardening Guide dennoch ein voller Erfolg werden. Hate that Berlin, love the other one.

Solifest zur Verteidigung von Wallmapu und des Rio Chol Chol

Kommenden Samstag, 02.07.22 veranstaltet das MAWVN-Kollektiv ab 16 Uhr ein Solifest zur Verteidigung des Flusses Chol Chol. Er liegt in Wallmapu im Süden Chiles, dem Land der Mapuche. Der Fluss ist mit Pestiziden belastet, eine Folge intensiver Monokulturbewirtschaftung mit Kiefer- und Eukalyptusbäumen durch die Holzindustrie. Weitere schwerwiegende Auswirkungen auf das Ökosystem sind Wasserknappheit, Verlust der Artenvielfalt, Dürre und Bodenerosion.

Nun möchte ein Unternehmer den Fluss an mehreren Stellen auch noch aufstauen. Viele in den betroffenen indigenen Gemeinschaften sehen ihre grundlegenden Rechte durch Unternehmen und Staat missachtet und wehren sich gegen die sich ausweitende Umweltkatastrophe. Nicht wenige Mapuche kämpfen auch militant gegen die andauernde Besetzung und Ausbeutung ihres Territoriums, gegen Zwangsmigration, Diskriminierung und Rassismus.

Mit Infos, Küfa, Tombola und Live-Musik.

Aus der Nacht heraus – Filmreihe im Garten

Die kommenden drei Freitage ist wieder Gartenkino. Diesmal ist es die Soli-Gruppe „Auswärts“ der Hellenischen Gemeinde zu Berlin, die uns zum Austausch über einige sehr drängende Probleme und Bedürfnisse unserer Zeit einlädt.

Freitag 17.06.
Kieg in der Ukraine.
Eine Diskussion mit ukrainischen und russischen Aktivist*innen.
Film DONBASS (2018) von Sergej Losnitsa (121 Min.)

DONBASS

Freitag 24.06.
Prekäre Arbeit und modernes Arbeitstrafficking.
An der Diskussion nehmen teil: Katerina Rapti (Beraterin bei ΒΕΜΑ), Sofia Margariti (Beraterin bei TO SPITI), ein Mitglied von Gorillas Workers Collective
Film OLEG (2019) von Juris Kursietis (108 Min.)

OLEG


Freitag, 01.07.
Femizide: Griechenland, Deutschland und Europa.
An der Diskussion nehmen teil: Kamia Anohi (No Tolerance), ein transfeministisches Kollektiv aus Griechenland und Kali_Feministis, ein feministisches Kollektiv aus Berlin
Film FEMICIDIO (2022) von Maria Paschalidou (70 Min.)

Los geht´s jeweils um 19.30 Uhr mit der Gesprächsrunde, mit Einbruch der Dunkelheit dann die Filmprojektion.
Die Bar ist geöffnet. Die Überschüsse dienen der Finanzierung der Filmreihe und weiterer Soliaktionen der Gruppe „Auswärts“.
Kommt vorbei!

Kollektiv pflanzen, ernten, kochen

Die letzten Tage haben wir etliche unserer jungen, auf Fensterbänken und im Gewächshaus hochgezogenen Tomatenpflanzen in unsere Draußenbeete gesetzt. Desweiteren auch Erbsen, Bohnen, Mais, Kürbisse, Gurken, Zucchinis, Salate, Fenchel, Kohl, Kohlrabi … Und wir sind noch längst nicht am Ende. Kommt rum, pflanzt mit. Übrigens: ein paar unserer Jungpfanzen geben wir gern ab, für die Bewegung oder gegen Spende!

Oder wollt ihr euch an unserer Gartenküche beteiligen? Wir wollen wieder möglichst regelmäßig leckeres Essen für alle zubereiten. Dabei nutzen wir auch gerettete Lebensmittel und natürlich frische Kräuter aus dem Garten.

Der Kiezgarten bleibt!

Das Dragonergelände in Kreuzberg wird saniert, später entstehen Wohnungen, Gewerberäume, auch soziale und kulturelle Orte. Das Leitbild des Modellprojekts spricht von „100 % leistbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum“. Ein großer Teil der zuletzt anvisierten 470 Wohnungen soll gefördert sein. Ein Beteiligungs- und Sanierungsverfahren wurde installiert, mit verschiedenen Akteur*innen aus Verwaltung, Nutzenden und Zivilgesellschaft. Initiativen und Zusammenschlüsse sind entstanden, darunter Versuche und Strukturen eigenständiger Koordinierung, zum Teil auch um den Einhegungen lokalstaatlicher Regulierung etwas entgegenzusetzen.

Der Kiezgarten gehört mit zu den ersten Manifestationen dieser Bestrebungen. Weil nun Abrissarbeiten geplant sind, soll er weichen, und das obwohl nach Einschätzung der Kiezgartenfreund*innen bis zur endgültigen Umgestaltung noch drei Jahre Zeit bliebe. Protest regt sich.

Der Kiezgarten ist Teil des Kiezraums, der unabhängig und selbstverwaltet sein soll, „ein selbstbestimmter Ort, um sich zu treffen, zu vernetzen, die Nachbarinnen und den Stadtteil aktiv an der Entwicklung des Areals zu beteiligen, ein Ort für Initiativen und Veranstaltungen – unabhängig von Verwaltung, Politik, Bezirk“ (AG Raum).

Über die Fallstricke von Beteiligung wie Kooperation und über ihren Kampf um faire Vergaben von Wohnungen berichtet die Initiative Stadt Von Unten, die einst maßgeblich dafür sorgte dass das Gelände kommunal und nicht zu einem unendlichen Renditegeschäft von Investoren wurde. Sie hat mittlerweile das Kooperationsverfahren verlassen. Der Zusammenschluss von Initiativen, das Vernetzungstreffen Rathausblock, an dem sich SvU stark beteiligte, dagegen macht weiter.

Der Kiezraum war eines der Aktionsfelder von SvU. Auch autonome Gruppen mischten beim Kiezraum phasenweise mit, um sich dann noch schneller wieder auszuklinken. Keinen Bock (mehr) auf Beteiligungsfalle.

Und die Gärtnernden? Die kämpfen für den Fortbestand des Kiezgartens. Kiezgarten bleibt!

People not Profit! Land, Saatgut, Wasser denen die es brauchen!

Am Sonntag 24.04. ab 14 Uhr laden wir euch zusammen mit anderen Gruppen und Initiativen wieder zu einem besonderen Gartenfest ein. Anlass ist der jährliche Aktionstag am 17. April, der an ein von brasilianischen Militärcops verübtes Massaker an friedlich protestierenden Landlosen erinnert. La Via Campesina ist Initiator dieses Aktionstages, ein basisnahes weltweites Netzwerk verschiedener Organisationen, die für die Rechte von Kleinbäuer*innen, Landlosen, (migrantischen) Landarbeiter*innen und Indigenen eintreten.

Denn diese Marginalisierten kämpfen an vielen Fronten um freie Zugänge zu Land, Saatgut, Wasser, oftmals um ihre blanke Existenz, und pochen auf das Recht auf Ernährungssouveranität. Sie wehren sich gegen expansive Großgrundbesitzende, ressourcenklauende extraktivistische Konzerne oder Natur, Klima und Siedlungen zerstörende Infrastrukturprojekte wie den sog. Tren Maya im südlichen Mexiko. Akteur*innen dieser sozialen Bewegungen werden kriminalisiert, bedroht, ermordet, oftmals mit Duldung wenn nicht Unterstützung staatlicher Institutionen.

Andererseits sahen wir beispielsweise Bilder aus Indien, von einer monatelangen auf gegenseitiger Hilfe basierenden Massenblockade durch Bäuer*innen, die ein Gesetzespaket abwenden konnten, das viele Landwirt*innen noch mehr der Willkür des Marktes ausgesetzt hätte.

Doch nicht nur im Globalen Süden, auch hierzulande, im hegemonialen Norden protestieren Menschen vor Konzernzentralen, Produktionsstandorten und Botschaften, blockieren Zufahrten und Eingänge, besetzen Häuser, Bäume, Wälder und Äcker, machen Infrastrukturen unbrauchbar, setzen sich ein für agrarökologische Wege zu regionalen (Land)Wirtschaftskreisläufen, für eine gesunde Ernährung für alle, für Klimaschutz und -gerechtigkeit. Und wenden sich damit gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur durch ein räuberisches neokoloniales System von Profit und Verwertung.

Mit der Veranstaltung möchten wir unterschiedliche widerständige Perspektiven und emanzipative Kämpfe sichtbar machen und zu Austausch und Vernetzung anregen. In diesem Sinne, wir freuen uns auf weitere Beiträge!

Programm
*Infostände *Redebeiträge
*Jungpflanzen- und Samentausch
*Siebdruck *Kindertrampolin *Lagerfeuer
*Live: Esels Alptraum (yodel), 1kPieces (dark exp. electronics)
*Lehmofenpizza/Arepas/Waffeln *Bar

Sawing seedz for resistence!
Die Waffen nieder!

Angärtnern

Kommenden Samstag, 02.04.22, wollen wir mit euch hochoffiziell in die Gartensaison rauschen. Manche sagen auch „Angärtnern“ dazu. Los gehts um 14 Uhr. Euch erwarten Arbeitsstationen wie Aussäen, Beete reparieren, Kompost umsetzen, Tomatendach erneuern uvm. Dazu habt ihr Gelegenheit, etwas über Struktur und Arbeitsweise sowie das Selbstverständnis unseres Gartenkollektivs zu erfahren. Zum Beispiel auch warum sich Baugruppen verpissen können. Gern könnt ihr Samen mit nach Hause nehmen, zur Aufzucht auf der Fensterbank.

Darüberhinaus, zeitgleich am Hermannplatz: Kundgebung gegen Verdrängung, Mietenwahnsinn und Rassismus, 14 bis 17 Uhr.

Prinzengarten bedroht

Der Prinzengarten in Wedding ist akut bedroht. Schulverwaltung und Bezirk wollen einen modularen Erweiterungsbau der Charlotte-Pfeffer-Schule errichten, eine Schule mit Förderbedarf. Dieser Bau wäre nun allerdings mehr als 5 km von seiner Stammschule entfernt, die Schüler*innen kommen aus dem gesamten Bezirk. Was den Schluß zulässt dass der Standort auch anderswo sein könnte. Der Prinzengarten verweist auf konkrete alternative Standorte. Schulstadtrat Carsten Spallek macht dringenden Bedarf geltend, die mit am Projekt beteiligte Senatsverwaltung gibt sich von der Existenz des seit 2011 bestehenden Gartens überrascht.

Der Prinzengarten befindet sich auf einem ehemaligen Parkplatz, hinter dem Genossenschaftshaus Prinzenstraße 58 (P58), ein ehemals besetztes Haus. Der Garten wurde von Anwohnenden für Anwohnende errichtet. Auch Schüler*innen der Nachbarschule nutzen den Garten. Die Kündigung des Nutzungsvertrags kam am 01.08.21. Die Gärtnernden kämpfen um zu bleiben.

Peace of Land, ein anderer Gemeinschaftsgarten in Prenzlauer Berg, musste diesen Kampf mittlerweile aufgeben. Auch sie wehrten sich gegen einen Schulneubau, müssen nun aber ihr Gelände Am Weingarten 14 bis zum Jahresende verlassen. Himmelbeet, ein weiterer Garten in Wedding, muss einem gemeinnützigen Neubauprojekt weichen und übt sich derzeit in Hoffnung auf eine schriftliche Zusage des Bezirks für die in Aussicht gestellte neue Fläche.

Gärten fungieren nach wie vor als reine Verschiebemasse im Bebauungspoker der Politik. Für eine garten-, klima-, menschengerechte Stadt von unten müssen wir selbst sorgen.

Big Players Small Players

Investorenprojekte wie „Quartier Alte Post“ und „Kalle“ an der Karl-Marx-Straße – oder das Signa-Kaufhaus am Hermannplatz – machen deutlich, wie sog. Stadtentwicklung geht: neoliberale Modernisierungsnarrative des Arbeitens, Wohnens und Konsumierens setzen, notfalls „grün“ und „sozial“ bemänteln, Fördermittel auftreiben, Marketing betreiben für eine „bunte und vielfältige Geschäftsstraße“ (Aktion! Karl-Marx-Straße), „für alle“ (Kalle), „to revitalize neighbourhoods“ (Alte Post) oder für ein „internationales Leuchtturmprojekt für nachhaltige Immobilienentwicklung“ (Signa), das Umfeld aufhübschen, Kulturakteur*innen einbinden, Bürger*innenbeteiligung simulieren, um Großimmobilien für zig Millionen umbauen und in profitträchtige Business- und Konsumtempel verwandeln zu können.

Die Bewohnenden der Kieze, viele davon aus ärmeren und migrantischen Haushalten, sehen sich in der Folge mit weiter steigenden Mieten konfrontiert – und müssen weichen. Das Gros der dem Verdrängungsdruck noch widerstehenden inhaber*innengeführten Einzelhandelsgeschäfte dürfte perspektivisch folgen. Soziale Kosten die die Verantwortlichen schon immer einkalkuliert haben. „Vielfalt“ und „soziale Mischung“ erweisen sich als das was sie sind: diskursives bling-bling, zur Durchsetzung eben jener Businesspläne.

Auch unser im Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße gelegener Block an der Bornsdorfer und Saltykowstraße wird „entwickelt“. Die Devise im Rathaus und auf dem Amt: Hauptsache es wird gebaut. Der Markt regelt das, wiederkäut die Immobilienlobby. Gebaut wird jedoch vor allem für die die sich Eigentum oder hohe Mieten leisten können. Dauerhaft gesicherte soziale Wohnungen fehlen. Ein Ergebnis dieser Politik steht nun als warnender Neubausolitär der Baugruppe Bo11″ auf einer Fläche, die uns genommen wurde.

Dieser Fünfgeschosser zum distinguierten Wohnen ist für seine Einzeleigentümer*innen ein Spekulationsprojekt zur zukünftigen Wertsteigerung, zur individuellen Alterssicherung und gern für den Eigengebrauch. Und strahlt auf seine Umgebung als Aufwertungsmarker und -motor aus. In noch weitaus größerem Maßstab formatieren die genannten Spekulationsprojekte an der Karl-Marx-Straße ihre Umgebung. Die Planungen für flexible Co-Working-Spaces, stylische Büroflächen, gehobene Restaurants, eine Edel-Markthalle, Roof-Gardening und teure Stores weisen die Richtung. Beide, sowohl das Betonwohngold als auch das Betonbusinessgold, verdrängen ärmere Bewohner*innen und zerstören unsere Nachbarschaften – im spekulativen Verbund.

Ein Big Player der spekulativen Vermögensmehrung ist der neue Eigentümer des Quartiers Alte Post: CDPQ Ivanhoé Cambridge. CDPQ steht für Caisse de dépôt et placement du Québec (Einlage- und Anlagekasse Québec). Dabei handelt es sich um einen von der kanadischen Provinzregierung Québec initiierter globaler Kapitalanleger, der das Vermögen mehrerer regionaler staatlicher und halbstaatlicher Kassen und Versicherungen verwaltet. Sein Jongliervermögen belief sich 2018 auf 309,5 Milliarden kanadische Dollar. Ein Teil dieser Einlagen stammt aus der staatlichen Rentenkasse. Renten aus Québec sorgen so gesehen dafür, dass hiesige prekär lebende Rentner*innen und weitere Bewohner*innen ihre Wohnungen und ihr soziales Umfeld verlieren.

Big Players? Small Players? – Fight the game!
Denn die urbane Ordnung von Eigentum und (marktförmiger) Leistung erzeugt ununterbrochen Ausschlüsse. Das Teilhabe- und Gleichheitsversprechen der bürgerlichen Gesellschaft gerät permanent an seine Grenzen

Broschüre: Die Baugruppen-Plage (2020)
#Nachrichten aus Nordneukölln
#Initiative Hermannplatz

Let there be Humus

… heißt in unserem Fall, in die Erde so mancher Beete gut abgehangenen Pferdemist einzuarbeiten, um ihr so einige der in der letzen Saison entzogenen Nährstoffe wieder zuzuführen. Die Pferdeäpfel kommen übrigens von einem therapeutischen Reithof in Stadtrandnähe. Denn der aus unserem Gartenkompost gewonnene Humus allein reicht bei weitem nicht aus, um alle unsere verbrauchten Erden in ausreichendem Maß wieder aufzupäppeln – with a little big help from our friends natürlich, den kleinen und kleinsten Bodentierchen.

Vorankündigung: In wenigen Wochen ist wieder Angärtnern, der offizielle Saisonstart zum in der Erde wühlen und sich die Hände schmutzig machen. Da werden wir auch unseren Vorjahreskompost umschichten sowie den Vorvorjahreskompost sieben.

Keine Rodung im Osterholz … und in Berlin!

Ein 5,5 h großes Waldstück, wovon ein großer Teil im Ortsteil Wuppertal-Vohwinkel liegt, soll nach dem Willen der Firma Kalkwerke Oetelshofen platt gemacht werden. Und das alles nur, damit sie den Abraum aus ihrem Kalkbergwerk kostengünstig lagern kann. Die Bezirksregierung hat das bereits genehmigt, der Stadtrat von Wuppertal mehrheitlich befürwortet.

Doch es gibt Widerstand, auf vielen Ebenen. Seit Mitte 2019 schon ist das Waldstück besetzt. Die Bürger*inneninitiative „Osterholz bleibt“ führt seit Oktober eine tägliche Mahnwache durch, etliche Waldspaziergänge fanden statt.

Auch Klagen wurden erhoben. Die letzte Klage einer Anwohnerin in Vertretung ihres Kindes gegen das Feststellungsverfahren wurde jüngst vom Oberverwaltungsgericht kassiert. Es führt dazu formalrechtliche Gründe an und kommt mit der Bezirksregierung zur krassen Fehleinschätzung, „dass das Vorhaben keine nennenswerten nachteiligen Auswirkungen auf das Klima hat“.

Nun soll eilig eine Verfassungsbeschwerde erhoben werden, um mehr Zeit zu gewinnen und alternative Lösungen zu finden. Die gibt es durchaus und wurden auch schon diskutiert, ist aber in einem Fall der Firma zu kostspielig. Die durch eine Rodung entstehenden Klimakosten dagegen zählen offenbar nicht, was wieder einmal zählt ist einzig der Profit.

In einem Hinterzimmergespräch von Stadt, Kreis und Firma, aber ohne die Bürger*inneninitiative eingeladen zu haben, fiel kurz vor Weihnachten die Entscheidung für die Rodung. Deshalb muss trotz der Verfassungsklage akut mit dem Rodungsbeginn gerechnet werden. Tag X ist ab heute, eine Demo ist für morgen, 02.01.22 vorgesehen!

Auch in Berlin sind fast 15 Hektar Wald bedroht: eine vierspurige Straßenschneise, die sog. Osttangente, soll durch die Wuhlheide und überhaupt zwischen Märkische Allee/Biesdorf und Spindlersfelder Straße geschlagen werden. Die Betonfraktion macht Druck, auch die parteigrüne Bettina Jarasch, Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Immerhin: der Landesnaturschutzbeirat hat sich dagegen positioniert („Waldvernichtungsprojekt“), auch Naturschutzverbände. Eine erste Baumbesetzung gab es bereits letztes Jahr. Ein Anfang …

#JederBaumZaehlt
#OsterholzBleibt
#FreihafenOsterholz

Lützi bleibt!

ZAD, Zone à défendre, zu verteidigende Zone. Seit mehr als einem Monat schon sind Häuser in Lützerath besetzt. Auch etliche Baumhäuser sind entstanden. Der klimakillende Energiekonzern REW setzt weiter auf den Kohleabbau im benachbarten Tagebau und plant dieses und andere Dörfer zu zerstören. Die Landesregierung möchte angesichts des Drucks der Klimagerechtigkeitsbewegung nun neuerdings einige dieser bedrohten Dörfer erhalten, über die Zukunft Lützeraths jedoch sollen Gerichte entscheiden. Anfang Januar wird mit einer Entscheidung gerechnet. Die Besetzenden aber machen klar: die 1,5 Gradgrenze verläuft genau dort vor Lüzerath, und die Kohle bleibt im Boden!

Die globale Klimakrise erfordert globalen Widerstand. Vor etwa zwei Wochen kam eine Delegation von Lützilebt! nach Berlin, um zusammen mit anderen Gruppen vor der Botschaft Kolumbiens gegen die Vertreibung und Zerstörung der Lebensgrundlage der Yukpa zu protestieren. Diese indigene Bevölkerungsgruppe kämpft gegen ein gigantisches Kohlebergwerk, El Descanso, das der US-amerikanische Konzern Drummond betreibt. Auch der Europavertreter der Yukpa nahm am Protest teil. Deutlich gemacht wurde auch, dass deutsche Energieunternehmen wie REW nach wie vor blutige Kohle aus Kolumbien beziehen, von Kohleunternehmen, die beschuldigt werden, in der Vergangenheit mit mörderischen Paramilitärs zusammengearbeitet zu haben.

Für das Leben und für das Land der Yukpa, gegen den Kapitalismus und die Zerstörung! Nein zur Kohle weltweit, und Nein zu anderen extraktivistischen, neokolonialen Projekten der fossilen Industrie.

#LuetziBleibt

Peace of Land soll weichen

Der Gemeinschaftsgarten Peace of Land kämpft derzeit um seinen Standort am Weingarten in Prenzlauer Berg. Seit fünf Jahren besteht dieser Lernort für Permakultur. Nun soll er dem Bau einer Turnhalle weichen. Die Politik ist scheinbar offen für Ausweichorte. So als ob sich ein soziales Gewächs wie Peace of Land einfach mal locker aus der gewachsenen Nachbarschaft rausreißen und umsetzen ließe. (Ein anderer Gemeinschaftsgarten, das Himmelbeet im Wedding, kann davon ein bitteres Lied singen und muss nach langem Kampf nun umziehen). Die Gärtnernden von Peace of Land und ihre Unterstützenden wollen den Standort erhalten und setzen sich dafür ein, andernorts den Bau der Turnhalle zu ermöglichen. Und verweisen auf ein Grundstück in Laufnähe zur Schule, das für den Turnhallenbau geeignet ist.

Nun gilt es Druck zu machen auf die Entscheider*innen und Funktionstragenden in Bezirk und Senat. Peace of Land ruft dazu auf, ihr Unterstützungsbriefe resp. -mails zukommen zu lassen oder diese direkt ans Bezirksamt Pankow zu senden. Die Zeit drängt, denn bereits im Frühjahr soll Baubeginn sein! Mehr Infos: https://www.peaceof.land/projekt/zukunft/

Es kann nicht sein, dass mit unseren grün-sozialen Orte dieser Stadt von offizieller Seite gern geworben wird, auf Senatsebene ein Gartenbeauftragter installiert wird und wohlklingende Programme sich zum Ziel setzen, Gemeinschaftsgärten zu erhalten, faktisch es aber so ist dass sie 1-2-3 schnell unter die Räder von sog. Zielkonflikten geraten. Und das in Zeiten der Klimakatastrophe, wo es darum gehen sollte nicht nur solcherart klimapositive Orte zu erhalten und zu fördern, sondern ihre Zahl im Zeichen einer lebenswerten Stadt massiv zu erhöhen – als selbstorganisierte dissidente Orte von Veränderung.

Grusel & Klima

Der letzte Samstag Nachmittag – einen Tag vor Halloween – stand ganz im Zeichen dieses Grusel-Spektakels. Damit der Grusel in Form seiner kommerziellen und oftmals klimanegativen wie plastikaffinen Ausschlachtung nicht ganz so gruselig wird, beteiligte sich die Nachbarschaft an einem entspannten Tausch- und Schenkemarkt für alte nicht mehr gebrauchte Halloween-Kostüme. Kinder erprobten sich im Schminken, kostümierten sich und kombinierten verschiedene gebrauchte Textilien, bemalten diese. Oder schnitzten sich einen Kürbis, dessen Fruchtfleisch später in einer Suppe landete. Ein Angebot der „Klimawerkstatt“ von Komed e.V.

„Tren Maya“ made in Germany

Der sog. Maya-Zug ist ein 6 Milliarden schweres Mega-Infrastrukturprojekt im Süden Mexikos, das mit dem Bau von Bahnlinien und Autobahnen Maya-Ausgrabungsstätten und touristische Orte verbinden soll. Mit dem Bau wurde bereits begonnen. Die lokale Wirtschaft und der (Öko-)Tourismus sollen davon profitieren, Arbeitsplätze werden versprochen. Von offizieller Seite unterschlagen werden die großen negativen Auswirkungen des Vorhabens und seiner Folgeprojekte wie weitere Straßen, Siedlungen. Unter anderem 23 Naturschutzgebiete werden durch den „Tren Maya“ stark beeinträchtigt, Wald wird abgeholzt, indigene Landrechte missachtet. Eine von Betroffenen eingeforderte Umweltverträglichkeitsprüfung jener Naturschutzgebiete gibt es bis heute nicht. Überhaupt wurden und werden die indigenen Bevölkerungen nicht oder völlig unzureichend in die Konsultationsprozesse involviert. Ausgerechnet das mexikanische Militär soll das Projekt verwalten und an dessen Gewinnen beteiligt werden. Menschen, die sich gegen den „Tren Maya“ ausgesprochen haben, erhalten Morddrohungen. Viele indigene Gemeinschaften lehnen das Projekt ab, mit ihnen auch die EZLN und die zapatistischen Gemeinden, die das Projekt als Einfallstor von Militär, Staat und Kapital kritisieren.

Mit beteiligt am Bau ist die DB Engineering & Consulting GmbH, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Die Verpflichtung, als staatliches Unternehmen die Konvention Nr. 169 der Internationalen Organisation für Arbeit (ILO) umzusetzen und die Beteiligung und Mitsprache indigener Bevölkerungen zu gewährleisten, tritt die Deutsche Bahn resp. der deutsche Staat mit Füßen. Die DB wirbt bekanntlich mit einem grünen Image, unterstützt mit „Tren Maya“ aber die Zerstörung von Ökosystemen.

Im Rahmen eines globalen Aktionstages gegen Ökozid und Vertreibung findet kommenden Samstag, 30.10.21, eine Demo gegen „die koloniale Schiene der Deutschen Bahn“ statt.

16 Uhr, Nordbahnhof. Schlusskundgebung 18 Uhr, Potsdamer Platz.

(Demoaufruf, mehr Infos zum „Tren Maya“).

Prachttomate die 11.

Kommenden Samstag, 02.10.21 laden wir euch ab 14 Uhr zu unserem alljährlichen Gartenfest ein.

Programm:

Konzerte: Yatra (ambient) * Strantgut (rock) * Negativ Dekadent (punk) * das_Programm (exp.) /
Karaoke * Kopfhörer-Disko ab 22 Uhr /
Dokumentarfilm „Ella“ (über den Prozess gegen „Ella“, eine Person die im Zuge der Räumung des Danneröder Forst zu 2 Jahren und 3 Monaten verurteilt worden ist) /
Siebdrucken (bringt Klamotten mit!) /
Mit Pizza-Chili-Bier-Limo-CubaLibre-Kuchen /
Lagerfeuer.

Alles gegen Spende /
Kommt bitte geimpft-genesen-getestet. Auf Abstand und Hygiene achten wir gemeinsam und selbstverantwortlich. Bringt Masken mit.

Mit Naturmaterialien arbeiten

Wir bieten derzeit wieder einen umweltbildnerischen Workshop für Kinder der benachbarten Regenbogen-Grundschule an. In zwei Gruppen lernen Schüler*innen verschiedene Naturmaterialien näher kennen und arbeiten mit ihnen bzw. verarbeiten diese. Zum Einstieg konnten sie nach der Ernte der größten Roten Beete, die wir je im Garten hochgezogen haben, einige Naturerzeugnisse erfühlen und erraten. Aus Stöckcken, Samen, Blättern, Erde und Blüten bestand unser „Ertaste den Garten“-Spiel. Für die Blumenpresse wurden Blätter und Blüten gesammelt und eine Malrunde gab es auch noch. Der Workshop wird wöchentlich stattfinden, bis weit in den Oktober hinein. Gefördert wird er durch Aktion Mensch.

Kiezkino: „Gegen den Strom – abgetaucht in Venezuela“

Diesen Donnerstag, 19.08, zeigen wir gegen 20.30 Uhr den Dokumentarfilm „Gegen der Strom – abgetaucht in Venezuela“ von Sobo Swobodnik (D 2019, 84 Min.). Er handelt von einem seit 25 Jahren im Untergrund lebenden mutmaßlichen „linksradikalen Terroristen“, Thomas Walter, seiner Flucht vor den deutschen Ermittlungsbehörden, die ihn beschuldigen, mit zwei Komplizen ein leerstehendes Abschiebegefängnis in Berlin-Grünau gesprengt haben zu wollen, und über ein Musikprojekt von Walter zusammen mit Mal Élevé, bei dem es um zerplatzte wie aufrechterhaltende linke Utopien geht, um Widerstand und politisches Engagement sowie die Kraft und den Glauben an eine gesellschaftliche Veränderbarkeit durch Musik.

Im Anschluss Austausch mit dem Regisseur, dem freien Autor Tobias Lambert sowie einem Menschen der mit anderen zusammen Unterstützungsarbeit leistet.

Kiezkino: „Experiment Rojava – Eine Gesellschaft im Aufbruch“

Amûdê, eine ländliche Kleinstadt in Rojava, Nordsyrien: Frauen beteiligen sich aktiv am gesellschaftlichen Wandel. Das angestrebte antihierarchische, konföderale Gesellschaftsmodell ist ein authentischer Gegenentwurf zu den sonstigen Kräften im nahöstlichen Raum: basisdemokratische Selbstverwaltung, Reorganisation der Ökonomie und Versorgung in Kooperativen, multiethnische, multikulturelle und multireligiöse Konzepte, Frauen- und Gerechtigkeits-zentren. Hindernisse und Widersprüche bleiben nicht aus. Hinzu kommt die Bedrohung durch das türkische Militär und dessen islamistischen Verbündeten. Wird Rojava eine Zukunft haben? Ein Dokumentarfilm von Robert Krieg (D 2019, 59 min.).

Im Anschluss Austausch mit Women Defend Rojava Berlin.

Kiezkino: „Danni“

Kommenden Freitag, 13.08. zeigen wir gegen 20.30 Uhr den Dokumentarfilm „Danni“ von Bertram Hahnel (2021, 75 Min.).

Der Film gibt Einblicke in das Leben und den Kampf der Waldbesetzer*innen im Dannenröder Forst in Hessen vor und während der Räumung im Dezember 2020. Dabei versteht sich die Dokumentation weniger als reiner Propagandafilm für die Klimabewegung, sondern möchte auch Menschen für Motivation und Beweggründe der Aktivist*innen interessieren, die dem zivilen Ungehorsam bisher eher ablehnend gegenüberstanden. „Danni“ zeigt den Kampf gegen die Überlegenheit des Staates durch Kreativität, Mut und viel Musik und macht Hoffnung, dass dieser nicht umsonst gewesen ist. Die gezeigte Filmfassung ist ein Testscreening.

Im Anschluss Austausch mit Menschen aus dem Umfeld der Danni-Besetzung.

Kiezkino: „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“

Unsere sommerliche Reihe „Kiezkino im Garten“ startet kommenden Dienstag 10.08.21 mit dem Dokumentarfilm „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ (D 2020, 92 Min.) von Yulia Lokshina. Beginn ist gegen 20.30 Uhr, die Bar ist ab 19.30 Uhr geöffnet.

Osteuropäische Leiharbeiter*innen des größten Schweineschlachtbetriebs des Landes, Tönnies, kämpfen ums Überleben – und Aktivist*innen, die sich für deren Rechte einsetzen, mit den Behörden. Zur gleichen Zeit proben Münchener Gymnasiast*innen das Stück „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Brecht und reflektieren über die deutschen Wirtschaftsstrukturen und ihr Verhältnis dazu. Der Film erzählt in unterschiedlichen Fragmenten über Bedingungen und Facetten von Leiharbeit und Arbeitsmigration in Deutschland.

Im Anschluss wollen wir uns mit der Regisseurin austauschen, und mit Justyna Oblacewicz (Faire Mobilität/Verdi). Mit Input von Gorillas Workers Collective.

Auf einer Reise für das Leben

Angelegt als umgekehrte Invasion: Eine große Delegation einer Befreiungsbewegung aus dem Globalen Süden, die EZLN aus Chiapas, und mit ihr die mexikanische indigene Dachorganisation CNI, macht sich auf den Weg in den Globalen Norden, um sich mit europäischen linken Gruppen, Kollektiven, Organisationen und Bewegungen zu treffen, sich auszutauschen und transnationale Netzwerke des Widerstands zu stärken. Demnächst werden die Reisenden für das Leben auch nach Berlin kommen.

Vorbereitend dazu laden wir euch kommenden Freitag, 16.07. ab 18 Uhr zu einer Info- & Soliveranstaltung in den Garten ein. Mit Berichten & Austausch, Filmclips, Infotisch (mit Kaffee aus Chiapas).

* Ab 18 Uhr Soli-Bar
* Ab 19 Uhr Khachapuri/Gefülltes Georgisches Brot (vegan/veget.) aus dem Lehmofen

Alles gegen Spende. Auf Abstand & Hygiene achten wir gemeinsam und tragen nur den Virus der Rebellion und des Widerstands weiter!

Die eingenommenen Spenden dienen der Finanzierung der Reise von CNI und Zapatistas. Sollte es doch mal regnen – wir haben große Pavillons!

Gartenküche

Kommenden Donnerstag 24.06. laden wir ein zur ersten Ausgabe unserer Gartenküche in diesem Jahr. Los geht´s gegen 19 Uhr.

Wer mitschnippeln möchte komme gern ab 16 Uhr. Wir wollen auch einiges was der Garten so hergibt mitverarbeiten. Euch erwarten demnach (wieder mal) extrem frische und vielfältige Speisen! Auf gebotene Hygiene- und Abstandsregeln achten wir gemeinsam.

Flanieren für die Mobilitätswende!

Noch immer fehlen auf der Hermannstraße durchgängig Radwege. Noch immer ist diese wie viele andere Straßen vom individuellen Autoverkehr dominiert. Absurd viele ressourcenfressende Zweitonner werden am Straßenrand im Schnitt 23 Stunden zwischengelagert. Viel Raum, der entspannten Begegnungen unter Nachbar*innen vor ihren Häusern fehlt, von mehr Grün und biologischer Vielfalt an den Straßen ganz zu schweigen. Fußgänger*innen und Radfahrende müssen unter den derzeitigen Bedingungen generell zurückstecken, sind Opfer von Kollisionen, werden schwer verletzt oder getötet. Tote die die herrschende Politik viel zu lange schon in Kauf genommen hat.

Noch immer ist diese Politik einer autogerechten Stadt verpflichtet, gebaut für Autos und den schnellen Weg von A nach B. Ein Unding angesichts des grassierenden Klimawandels, der jetzt und heute radikale Veränderungen erfordert. Ein grüner Kapitalismus ist von Natur aus (sic!) auf Wachstum und Verwertung ausgerichtet und deshalb nicht in der Lage die systembedingte Ausbeutung von Mensch und Natur zu beenden. Deshalb: Veränderung ums Ganze tut not. Climate change? – System change!

Wir wollen eine lebenswerte, verkehrsberuhigte, flächen- und gartengerechte, wirklich nachhaltige Stadt. Und damit alle in deren Genuß kommen ist es notwendig, die Kämpfe für eine Verkehrswende zum Beispiel auch mit den Mietenkämpfen aus der Perspektive einer „Stadt von unten“ zu verknüpfen. Alle müssen bleiben! Die Stadt den Menschen und nicht dem Profit!

Für Samstag 29.05. ruft ein breites Initiativenbündnis dazu auf, sich um 14 Uhr die Straße zurückzuerobern, in Form einer Flanierdemo: „Paradies Hermannstraße!“. Mit Musik, Pflanzentausch, Siebdruck, Redebeiträgen u.v.m.! Bringt Spiele, Frisbees, Kreide, T-Shirts zum Bedrucken mit! Start ist S-U-Hermannstraße, auf Höhe der Sparkasse.

Wir werden dabei sein, mit diversen Jungpflanzen auf dem Hänger! Flaniert mit! Smash CARpitalism!

@hermannstr4all #reclaimHermannstraße

Aktionstag „La Via Campesina“

Weltweit kämpft das La-Via-Campesina-Bündnis von Kleinbäuer*innen, Landarbeiter*innen, Fischer*innen, Landlosen und Indigenen für Ernährungssouveranität, Landrechte, freies Saatgut, ökologische und faire Nahrungsmittelerzeugung. Damit stellt es sich gegen ein destruktives industriell organisiertes Ernährungssystem, das zu Hunger und Ungleichheit führt und den Klimawandel und das globale Artensterben befeuert.

Am Samstag 17. April ist der jährliche Aktionstag von LVC. Coronabedingt muss auch dieses Jahr unser Infotag im Garten ausfallen.LVC ruft dazu auf, zum Aktionstag eigene Aufrufe, Fotos, Videos etc. an folgende Adresse zu senden: lvcweb@viacampesina.org.

#17April2021 #FutureIsFoodSovereignity

Wogegen sich der Aktionstag auch wendet ist das mörderische Geschäft des globalen Business und seiner lokalen Handlanger im Globalen Süden, das keine Skrupel kennt, Aktivist*innen, die für Umwelt- und Landrechte kämpfen, zu ermorden. 2019 wurden 212 Opfer gezählt, viele davon in Brasilien, Kolumbien, den Philippinen. Viele Morde werden aus Angst vor Repression von den Hinterbliebenen erst gar nicht angezeigt oder werden von den Tätern vertuscht. Zu Verurteilungen kommt es generell selten. Oftmals sind es Investoren aus dem Globalen Norden, die hinter diesen umstrittenen Projekten im Bergbau oder im Agrarssektor stehen.

Die europäische Sektion von LVC kämpft zum Aktionstag insbesondere für mehr Zugang zu Land für Kleinbäuer*innen und gegen Landgrabbing von oft agrarfremden Investoren, die Land als Wertanlage behandeln.

Am 17.04.21 wird es zum Aktionstag eine Kundgebung im Allmende Kontor auf dem Tempelhofer Feld geben, von 15 bis 18 Uhr. Mit Samentauschbörse. Gleichzeitig werden 10 Jahre Allmende gefeiert – da feiern wir doppelt gern mit da auch wir Tomatoes aus unserer vollen 10 mindestens weitere 100 folgen lassen wollen sollen müssen! Solidarische Grüße!

Gekommen um zu bleiben

Vor fast auf den Tag genau zehn Jahren machte sich ein kleiner Kreis an Gärtnernden daran, die Brache an der Bornsdorfer Str. 9 von Müll zu befreien, lud Nachbar*innen ein, gemeinsam erste Beete anzulegen und einen grünen Freiraum zu entwickeln. Knapp zwei Jahre später kam die Fläche der Nr. 11 dazu. Aus dem „Nachbarschaftsgarten“ der Anfangszeit wurde „Prachttomate“.

Bis aus 100 % schnell wieder 50 % Prachttomate wurde: die 11 wurde mit sattem Spekulationsgewinn verkauft, eine Baugruppe baut derzeit an ihrem (noch) singulär in der Landschaft stehendem Turm mit ausschließlich Eigentumswohnungen. Ein mahnendes Denkmal einer Bezirkspolitik, die von klassischer Stadtentwicklung für gut Situierte bzw. Reiche nicht lassen kann. Denn was eben nicht entsteht ist bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit wenig Einkommen, auf der Grundlage eines Konzepts, das Kita, Freizeit, Wohnen und Garten integriert und somit die Entwicklung des gesamten Blocks im Auge hat (vgl. Presserklärung 25.02.18).

Auch die uns verbliebene Fläche kann mittelfristig bebaut werden, wird die Eigentümerin „Stadt und Land“ nicht müde festzuhalten. Eine Fläche wonach sich auch schon die Baugruppe vergebens die Finger geleckt hat. Ihr nun bald fertig gebauter Immobilienturm schreit in den Ohren formatierter Stadtplanender förmlich nach Anschlussbauten.

Erst zerstören sie über Jahre Aufgebautes, nehmen uns Fläche, dann Sonne, verweigern soziale Blockentwicklung und betreiben weiter unsere Verdrängung? Ohne uns! Prachttomate bleibt Gemeingut!

Kein Green-New-Gärten-Deal

Seit Dezember 2018 hat sich der Senat zum Ziel gesetzt, Urban Gardening in der Stadt (zu) verwurzeln. Mittlerweile gibt es in der Umweltverwaltung einen sog. Gartenbeauftragten, eine Plattform Produktives Stadtgrün ist aufgelegt. Die Verwaltung möchte zusammen mit Gärtnernden und Fachleuten und in Abstimmung mit weiteren auch bezirklichen Verwaltungen ein „Programm Gemeinschaftsgärten“ erarbeiten. Als Ziele sind genannt: Unterstützung und mögliche Förderung von bestehenden und neuen Gemeinschaftsgärten, Aktivierung potentieller Flächen für neue Gemeinschaftsgärten.

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