Word!

Das sowie „Kapitalismus zerstört was allen gehört“, „Rassismus, Sexismus, Macker, kommen uns nicht aufn Acker“ waren leider doch stark randständige Slogans auf der „Wir haben es satt“-Demo. Ansonsten überwogen wie gewohnt die Performances großer Verbände, die sich mit Appellen an die Regierung und den Herrn Özdemir genügten, besorgt zwar um Umweltzerstörung, Tierwohl, Höfe- und Bienensterben, Preisdruck der Großkonzerne, doch ohne die Dominanten Kapitalverwertung, Konkurrenz und Lohnarbeit dafür verantwortlich machen zu wollen.

Neu ist, dass sich die soziale Dauerkrise nun deutlich im Forderungskatalog des Bündnisses niedergeschlagen hat. Gefordert wird konkret, das sanktionsfrei zu gestaltende Bürgergeld um 250 € zu erhöhen, damit auch dessen Bezieher*innen in den Genuss von „fair“ und „umweltgerecht“ produzierten Lebensmitteln gelangen. Dazu gute Löhne, faire Preise, etwas Umverteilung, und fertig ist die anvisierte sozial-ökologische Transformation – eines als grün und nachhaltig geframten modernisierten (Staats)Kapitalismus. In genau diesem Sinn muss dann auch jener Bannerspruch einer prominenten NGO gelesen werden: „Gnuag gschwätzt, Herr Özdemir, wir wollen Taten sehen„.