Die Agora bleibt in Raval!

Ágora Juan Andrés Benítez ist ein besetztes Areal in Raval, einem sehr dicht bewohnten und stark von migrantisierten Arbeiter*innen geprägten Viertel Barcelonas. Hier entwickelten Nachbar*innen, Kollektive und Communities einen selbstorganisierten Raum gegenseitiger Unterstützung. Die Agora ist vieles: ein widerständiger Ort von Bewohner*innen für Bewohner*innen, ein Ort für Kinder und Familien, ein Gemeinschaftsgarten, ein Treffpunkt politischer Gruppen, Essen wird umsonst ausgegeben, Filme werden gezeigt. Er bietet mit seinem vielen Grün Schutz vor der zunehmenden Hitze, aber generell auch vor Polizeirepression, der die Bewohner*innen des Stadtteils in besonderem Maße ausgesetzt sind.

Die Besetzung erfolgte in Erinnerung an die Ermordung von Juan Andrés, einem Bewohner von Raval. Er wurde 2013 durch acht Polizeibeamte derart verprügelt, dass er in Folge der massiven Verletzungen im Arrest starb. Die Besetzung richtete sich zudem auch gegen das zunehmende Spekulations- und Tourismusfieber im Viertel.

Vor ein paar Tagen nun erschienen Vertretende der staatlichen Bank SAREB, um dem Ort eine Räumungsklage zuzustellen. An SAREB und seinem 25 Milliarden-Portfolio sind übrigens die US-amerikanischen Investmentfonds Blackrock und KKR beteiligt.

Gegen die drohende Räumung formiert sich aktuell eine breite Solidaritätsbewegung, die weit über die Grenzen des Viertels und der Metropole hinausreicht. Eine offene Versammlung wurde seither in der Agora abgehalten, ein Protestfest veranstaltet, ein Camp wird eingerichtet, um sich der für den 14.05. geplanten Räumung entgegenzustellen. Gegen die Macht der Banken, der Immobilienhaie, Spekulanten und der Stadtregierung, gegen deren gentrifizierende und repressive Politik mobilisieren die vereinigten Nachbarschaften, viele Organisationen, Gruppen, Menschen, um den mittlerweile einzig verbliebenen selbstorganisierten Communityspace in der Nachbarschaft zu verteidigen. Die Agora bleibt!

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