KIEZKINO: 26.08. Khartoum // 27.08. Zuflucht nehmen

Tue 26.08. * 8.30 pm
KIEZKINO: Khartoum
Documentary film, Germany/Qatar/Sudan/United Kingdom 2025, 80 min, Anas Saeed, Rawia Alhag, Ibrahim Snoopy, Timeea M. Ahmed, Phil Cox.
Original arabic / englisch subtitles.

The film originally set out to portray the everyday lives, hopes and dreams of five residents of Khartoum after the revolution and counter-revolution. But then the former allies of the military government, the Sudanese Armed Forces (SAF) and the Rapid Support Forces (RSF) militias, go to war with each other. Khartoum is largely destroyed. Ten million people are forced to flee, including the street boys Lokain and Wilson, the tea seller and single mother Khadmallah, the resistance fighter Jawad and the civil servant Majdi. In exile in Nairobi, they meet again and process their experiences with the help of green screen and animations.
Followed by exchange in English with Sudan Uprising.

Bar opens 7.30 pm. No admission fee, donations welcome.

If the weather is a bit uncertain, we rely on our large pavilions; if the weather is really bad, we meet at Café Linus, Hertzbergstr. 32 (near Richardplatz). Please check our latest announcements here.

Access to the cinema area is not barrier-free (steps). Neither is access to the toilet. The nearest accessible toilet is at Lessinghöhe, opposite Bornsdorfer Str. 31 (approx. 200 m). Access to Café Linus is not barrier-free (threshold), nor is the toilet. The nearest accessible toilet is at Richardplatz, in the centre (approx. 150 m).


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++


Mi 27.08. * 20.30 
KIEZKINO: Zuflucht nehmen
Dokumentarfilm, D 2023, Selina Höfner, 73 min., dt. m. engl. Ut

Häusliche Gewalt zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten. In Deutschland erfährt schätzungsweise jede vierte Frau* einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt. Die Zahlen sind tendenziell ansteigend. Die Protagonistinnen* des Films zeigen, dass verschiedene strukturelle Probleme die Situation von gewaltbetroffenen Frauen* beeinflussen. Der Berliner Wohnungsmarkt spielt dabei eine zentrale Rolle. Es fehlt an Schutzräumen und die die bestehen sind von Mietsteigerungen und Kündigungen bedroht.
Im Anschluss: Austausch mit der Regisseurin

Bar öffnet 19.30 h. Kein Eintritt, gerne Hutspende.

Bei etwas unsicherem Wetter vertrauen wir unseren großen Pavillons, bei echt miesem Wettersehen wir uns im Café Linus,Hertzbergstr. 32 (Nähe Richardplatz). Checkt hierzu gern unsere aktuellen Meldungen an dieser Stelle.

Der Zugang zur Kinofläche ist nicht barrierefrei (Treppenstufen). Ebenso nicht zur Toilette. Nächste barrierefreie Toilette: Lessinghöhe, gegenüber Bornsdorfer Str. 31 (ca. 200 m). Der Zugang zum Café Linus ist nicht barrierefrei (Schwelle), auch nicht die Toilette. Nächste barrierefreie Toilette: Richardplatz, mittig (ca. 150 m).

KIEZKINO: Hütten sind für alle da

Mittwoch 20.08. * 21 h
Dokumentarfilm, D 2023, Birk Poßecker, 91 min, dt. mit engl. Ut

Der auf VHS gedrehte Film ist ein lebendiges temporeiches Portrait des Leipziger Osten und seines Stadtteils Volkmarsdorf rund um die Eisenbahnstraße. Diese Gegend steht wie vielerorts auch unter dem Druck von Aufwertung und Verdrängung. Ob autonome Hausbesetzende, Gemeinschaftsgärtnernde, Wagenplatzbewohner*innen, Sprayer*innen, migrantisierte Jugendliche, vitale Senior*innen inmitten einer Waffenverbotszone, Clubbetreibende oder der persische Teppichladen – hier finden alle (noch) irgendwie statt. Im Anschluss: Austausch (Bündnis Mietenwahnisnn u.a.). Bar ab 19.30. Kein Eintritt, gerne Spende!

Bei etwas unsicherem Wetter vertrauen wir unseren großen Pavillons, bei echt miesem Wetter sehen wir uns im Café Linus, Hertzbergstr. 32 (Nähe Richardplatz). Checkt hierzu gern unsere aktuellen Meldungen an dieser Stelle.

Der Zugang zur Kinofläche ist nicht barrierefrei (Treppenstufen). Ebenso nicht zur Toilette. Nächste barrierefreie Toilette: Lessinghöhe, gegenüber Bornsdorfer Str. 31 (ca. 200 m). Der Zugang zum Café Linus ist nicht barrierefrei (Schwelle), auch nicht die Toilette. Nächste barrierefreie Toilette: Richardplatz, mittig (ca. 150 m).

KIEZKINO: Einfach Machen! She-Punks von 1977 bis heute

Donnerstag 14.08. * 21.00
Dokumentarfilm, D/CH 2024, Regie: Reto Caduff, 89 min, dt.
In den späten 70er und den 80er Jahren. Punk ist ein Versprechen – von Rebellion und Selbstermächtigung. „Nicht labern, machen!“ ist das Motto. Was zählt, war die Idee und der Mut, sich auf eine Bühne zu stellen. Und das galt ganz besonders für die Frauen der Szene: In Düsseldorf gründeten sich Östro 430, in West-Berlin Mania D, später Malaria!, und in Zürich Kleenex, später LiLiput. Der Film porträtiert Künstlerinnen, die damals mitmischten und heute immer noch oder wieder zusammen auf der Bühne stehen. Ein Film über Punk aus weiblicher Perspektive, Feminismus mit Gitarrenriff und das unvergleichliche Lebensgefühl jener Jahre.

Im Anschluss: Austausch mit Gästinnen. Kein Eintritt, gerne Spende! Bar ab 19.30.

Bei etwas unsicherem Wetter vertrauen wir unseren großen Pavillons, bei echt miesem Wetter sehen wir uns im Café Linus, Hertzbergstr. 32 (Richardplatz). Checkt hierzu gern unsere aktuellen Meldungen an dieser Stelle!

Der Zugang zur Kinofläche ist nicht barrierefrei (Treppenstufen). Ebenso nicht zur Toilette. Nächste barrierefreie Toilette: Lessinghöhe, gegenüber Bornsdorfer Str. 31 (ca. 200 m). 
Der Zugang zum Café Linus ist nicht barrierefrei (Schwelle), auch nicht die Toilette. Nächste barrierefreie Toilette: Richardplatz, mittig ( ca. 150 m).

KIEZKINO: Save Our Souls

Wir laden ein zum ersten Film unserer diesjährigen Kiezkinoreihe. Drei weitere Filme wollen wir noch zeigen.

Montag 04.08. * 21.00
Dokumentarfilm, F 2024, R: Jean-Baptiste Bonnet, 91 min., Englisch mit dt. UT

Unterwegs mit der „Oceon Viking“ auf dem Mittelmeer. Die Mission: in Seenot geratene Geflüchtete zu retten. Alarm besteht insbesondere dann wenn die lybische Küstenwache auftaucht und natürlich bei akuten Rettungsaktionen. So können in einem Fall 92 Menschen vor dem sicheren Tod gerettet werden. Sie erzählen von ihrer traumatisierenden Flucht, den Verlusten und ihrer Sehnsucht nach Sicherheit.

Im Anschluss: Austausch mit einem Menschen von SOS MEDITERRANEE. Kein Eintritt, gerne Spende! Bar ab 19.30. 

Bei etwas unsicherem Wetter vertrauen wir unseren großen Pavillons, bei echt miesem Wetter sehen wir uns im Café Linus, Hertzbergstr. 32 (Richardplatz). Checkt hierzu gern unsere aktuellen Meldungen an dieser Stelle!

Der Zugang zur Kinofläche ist nicht barrierefrei (Treppenstufen). Ebenso nicht zur Toilette. Nächste barrierefreie Toilette: Lessinghöhe, gegenüber Bornsdorfer Str. 31 (ca. 200 m).
Der Zugang zum Café Linus ist nicht barrierefrei (Schwelle), auch nicht die Toilette. Nächste barrierefreie Toilette: Richardplatz, mittig ( ca. 150 m).

Screenshot

Widerstand säen: Mit Agrarökologie gegen die Palmölindustrie

Der Bäuer*innennvertreter Yoni Rivas (Honduras) und die indigene Aktivistin Gladis Mucú (Guatemala) beenden ihre zweiwöchige Rundreise in Deutschland mit einem Austausch über Agrarökologie als Form des Widerstandes gegen die Gewalt der Palmölkonzerne in ihren Ländern.

In beiden Ländern geht die Ausweitung der Palmölindustrie mit massiven Menschenrechtsverletzungen, Vertreibungen, gezielter Verfolgung bis hin zu Ermordungen von Aktivist*innen einher. In Honduras ist die Gewalt gegen Vertreter*innen der Bäuer*innenbewegung 2025 erneut eskaliert. In Guatemala sind vor allem indigene Gemeinden von einer Vielzahl von Menschenrechtsverletzungen betroffen. Dagegen formiert sich wachsender Widerstand.

Sprache: Spanisch mit simultaner Übersetzung. Eine Veranstaltung der Romero Initiative und FDCL.

„dass wir frey seyen und woellen sein“ (1525)

Vor 500 Jahren erhoben sich vor allem in Süddeutschland und angrenzenden Regionen massenhaft Bäuer*innen und weitere Unterprivilegierte gegen die Herrschaft des Adels und der Kirche. Mobilisierend wirkte ein Manifest, die 12 Artikel von Memmingen, das die Selbstverwaltung der dörflichen Gemeinschaften, die Allmende-Bewirtschaftung, eine verlässliche Rechtssprechung ohne Willkür, die Reduzierung der Abgaben und die Abschaffung der Leibeigenschaft einforderten, „dass wir frey seyen und wöllen sein“. Eine „Bundesverordnung“ wurde verabschiedet, die auf kommunale und konföderale Strukturen abhob. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die Aufstände blutigst niedergeschlagen. Doch die Ideen lebten weiter, der Kampf um Selbstbestimmung und Freiheit wurde an unzähligen Orten weltweit weitergeführt, bis heute.

Darauf möchte das Bündnis „500 Jahre Widerstand – für das Leben, für das Land“ aufmerksam machen. Es interessiert sich dabei besonders für den Zusammenhang der Zerstörung der dörflich-agrarischen Lebensweise durch Einhegung und Privatisierung der Allmende mit dem einsetzenden frühkapitalistischen Welthandel, dem beginnenden Kolonialismus, der den Kapitalismus mit seinen in den Kolonien abgepressten Erlösen befeuerte, dem die Ausbeutung von Sklav*innen und Indigenen legitimierbar machen wollenden Rassismus wie auch der jahrhundertelangen Hexenverfolgung und späteren Zurückdrängung der Frau an Heim und Herd.

Der reichste Mensch zur Zeit der Bauernaufstände, Jakob Fugger, finanzierte deren Niederschlagung ebenso wie er zuvor, 1499, an der Entsendung von Schiffen nach Abya Yala beteiligt war. In den Kolonien wehrten sich indigene Gemeinschaften gegen dortige Enteignungen, auch zusammen mit entflohenen Sklav*innen und aus dem britischen „Mutterland“ deportierten Zwangsarbeiter*innen. Viele dieser Deportierten wurden im britischen Königsreich durch die autoritären Umstrukturierungen land- und arbeitslos gemacht, kriminalisiert und in überfüllte Gefängnisse gesteckt. Deren „Entleerrungen“ sorgten dann für billige Arbeitskräfte in den Kolonien.

Auch heute kämpfen viele Kleinbäuer*innen weltweit um Land und Freiheit. So wehrt sich der indigene, kleinbäuerliche Widerstand des CIPOG-EZ (Concejo Indígena y Popular de Guerrero – Emiliano Zapata) in Mexiko gegen die andauernden Angriffe paramilitärischer Einheiten. Dieser selbstorganisierte Verbund schickte jüngst eine Grußbotschaft an das Bündnis „500 Jahre Widerstand – für das Leben, für das Land“: „Wir befinden uns in einer sehr kritischen Phase, da wir uns einer Terrorkampagne ausgesetzt sehen, die unsere Gemeinden überschwemmt und unseren Menschen extremster Gewalt aussetzt. Und dies einfach nur, da wir als Pueblos in unserem Widerstand standhaft geblieben sind. Dabei trägt der Staat eine Mitschuld, denn während wir bedroht, gekidnappt, vertrieben und ermordet werden unternimmt der Staat nichts gegen die paramilitärischen Gruppen, von denen sie längst wissen, wer sie sind und wo sie agieren.“

In Frankreich kämpft Les Soulevements de la Terre u.a. gegen riesige Wasserspeicher mit Aktionen des zivilen Unghorsams und der Aneignung (wir berichteten). Hierzulande wurden gegen den Wassernotstand und die Teslafarbik in Grünheide Sabotageaktionen, eine Waldbesetzung, Kundgebungen, Aktionstage durchgeführt. Die weitaus regelkonformere Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) wiederum setzt sich gegen das Höfesterben und die vielfachen Zerstörungen einer industriellen Landwirtschaft ein. Die Memminger Artikel sind für sie nach wie vor höchst aktuell.

Thomas Müntzer, der radikale Reformator und Umstürzler, beklagte vor 500 Jahre: „Die Grundsuppe des Wuchers, der Dieberei und Räuberei sind unser Herrn und Fürsten, nehmen alle Kreaturen zum Eigentum: die Fisch im Wasser, die Vögel in der Luft, das Gewächs auf Erden muß alles ihr sein“.

Bundespräsident Walter Steinmeier, vormals der zentrale Architekt der Hartz-4-Agenda-Verschärfungen, zog in einer kürzlich in Memmingen gehaltenen einhegenden Festrede eine Linie von den Bäuer*innenaufständen hin „zu unserer freiheitlichen Demokratie“, spricht vom „faszinierenden ´Projekt Freiheit´“. Seine Freiheit jedoch garantiert zuvorderst die Freiheit der Privateigentümer*innen, Reichen und Mächtigen, alles zur Ware machen und verwerten zu können.

Auch dagegen positioniert sich der weltweite Zusammenschluss von Kleinbäuer*innen, Hirt*innen, Fischer*innen und Landarbeiter*innen La Via Campesina und ruft für den 17. April wieder zu Aktionen auf.

Es geht um nichts weniger als darum, uns (wieder) Land und Produktionsmittel anzueignen, sie kollektiv und solidarisch zu nutzen! Ernährungssouveranität und -autonomie bleiben Handarbeit! Und in Zeiten weiter steigender CO2-Emissionen und einer faschistischen und rechten Mobilisierung ist der Kampf gegen die Klimakatastrophe: Antifaschismus!

radiocorax.de/wp-content/uploads/CORAX_PZ_AprilMai25_web.pdf
contraste.org/tag/bauernkrieg
viacampesina.at/hurtig-500-jahre-bauernkrieg/
i-dk.org/