Deckeln – Umverteilen – Vergesellschaften

10 % Teuerung! Existenzängste bei vielen. Ärger. Wut. Und die Preise steigen weiter, trotz Neuauflagen sog. Rettungspakete, die in der Vergangenheit zuvorderst dieselben wenigen Reichen immer noch reicher gemacht haben. Gering- wie Normalverdienende sollen schon wieder zahlen, unter dem Fahnenappell der Regierenden, sich national unterzuhaken, zu sparen.

Was wir wollen ist sicher und warm über den Winter zu kommen, und das klimagerecht ohne ein Rollback fossiler Energien und ohne die damit zusammenhängende neokoloniale Ausbeutung in Ländern des Globalen Südens. Energiepreisdeckel können nur ein erster Anfang sein. Um diese Spekulationen einzudämmen, die alltägliche Herrschaft des Preises und damit des Profits zu durchbrechen, braucht es umfassendere, das Übel an der Wurzel packende Rettungspakete. Wie zum Beispiel jene, Wohnen, Mobilität, Gesundheit, Ernährung, Energie als Gemeingüter zu organisieren, in Selbstverwaltung. Für ein Leben ohne Angst und in sozialer Sicherheit.

Raus auf die Straßen und Plätze!

Zum Beispiel zur Bündnisdemo am 12.11.22 wie zu vielen anderen auch dezentralen Aktionen: https://umverteilen.jetzt

Kürbisse für alle!

Der Aufbau unseres Fairteilers geht weiter. Wir wollen ab heute neben der Ernte aus Kleingärten nun vor allem gerettete Lebensmittel verteilen. Hierzu arbeiten wir mit dem Netzwerk Foodsharing zusammen, konkret mit deren Saver*innen, die Lebensmittel aus Supermärkten, Cafés, Märkten und Privathaushalten vor der Mülltonne retten.

Mal wird es viel, mal wenig sein was euch als Abholende erwartet, mal überwiegt dieses, mal jenes auf unseren Verteiltischen. Überraschungen gibt´s immer. Schaut vorbei, zwischen 18 und 19 Uhr, immer freitags.

Willst du uns und den Fairteiler unterstützen? Oder willst du selbst Lebensmittel oder Ernten retten und abholen? Sprich uns direkt im Garten an oder schreib uns ne Mail.

Für eine Mensch, Natur und Klima schützende Nahrungsmittelproduktion und Ernährung, die Verschwendung unnötig macht! Gegen die soziale Krise(n) der Konzerne, der Politik, des Staates und eines Systems das wenige Reiche reicher und viele Arme und Normalverdienende ärmer macht. Unterstützen wir uns gegenseitig und nehmen die Dinge selbst in die Hand!

Um letztlich auch das durchaus widersprüchliche Foodsharen, das zwar rettet aber auch paktiert, abschaffen zu können. In diesem Sinne: Kürbisse für alle!

Erstmal nur ein Symbolbild Dieser Gartenkürbis landete tatsächlich frisch geerntet im Fairteiler

Fette Ernte für die solidarische Stadt

Wir wollen einen selbstverwalteten Fairverteiler für überschüssiges Gemüse und Obst aus den (Schreber)Gärten Nordneuköllns aufbauen. Denn manche Gärtnernde wissen phasenweise vor lauter Kürbissen und Zucchinis nicht wohin damit.

Hintergund unseres Unterstützungsangebots sind die allenthalben steigenden Preise und die unzureichende Absicherung vieler Menschen. Viele unserer Nachbar*innen müssen sich jetzt und zukünftig noch mehr strecken als bisher schon um über die Runden zu kommen. Etwas Abhilfe kann hier hoffentlich unsere Verteilerstelle leisten.

Die Weitergabe der frischen Ernten soll jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr sein. Geplanter Start: kommenden Freitag, 09.09.22.
Wir freuen uns auf euch!

Oder willst du dich an der Organisation des Fairteilers beteiligen? Dann komm rum oder melde dich per Mail!

Kiezkino: „Morias Garden“

Am Freitag 02.09. zeigen wir gegen 20.30 Uhr den Film „Morias Garden“ (Karla Christine Blume, 2022, OmeU, 89 min), als Vorpremiere.

Im Lager Moria, ein völlig überfülltes Camp für Geflüchtete auf der griechischen Insel Lesbos, das 2020 abbrannte, entstanden mit und für Geflüchtete Orte zum etwas Luftholen und Abschalten. So auch ein Musikworkshop einer NGO, in dem die Schüler*innen das Gitarrenspielen lernen. Trotz oder gerade aufgrund ihrer würdelosen Unterbringung, der Ruinen, der Toten und dem unmöglichen Leben ihrer Vergangenheit versuchen sie sich damit ein Stückchen Halt zu geben im Lageralltag. Europa versucht währenddessen, die ins Abseits gestellten Menschen des Südens weiter zurückzuhalten, die um ihr Leben, ihre Ziele und ihre Träume kämpfen. Die Festung Europa wird Zaun um Zaun, Pushback um Pushback ausgebaut.

Nach dem Film wollen wir uns mit der Regisseurin austauschen, die mit frischen Eindrücken aus Lesbos zurückkommt, mit einem Protagonisten des Films, der Moria durch“leben“ musste und am Musikworkshop teilnahm sowie mit Women in Exile, ein Netzwerk das gegen das hiesige Lagersystem kämpft und wo geflüchtete Frauen sich verständigen und self-empowern können.

Kein Eintritt, Spenden willkommen.

Kiezkino: „Unser Haus“ und „Eigenbedarf“

Kommenden Montag, 29.08.22 zeigen wir gegen 20.30 Uhr zwei Filme zu Besetzungen von Obdachlosen in Köln und Hannover.

„Unser Haus! Kölner Obdachlose helfen sich selbst“ (Susanne Böhm und Tarja Kühne, 2020, dt., 32 min): Obdachlose besetzen mitten in der Corona-Pandemie ein Haus am Großmarkt. Ihre Vision: gemeinsam wohnen und arbeiten. Die Stadtverwaltung Köln will räumen, eine Hundertschaft Cops ist schon angerückt, doch die Besetzer*innen können das in letzter Minute abwenden – dank breiter Unterstützung, vom Autonomen Zentrum (AZ) Köln bis hin zu prominenten Personen und der lokalen Bevölkerung. Die Bewohner*innen beginnen das Haus daraufhin instandzusetzen. Doch das soll abgerissen werden, zugunsten des Vorzeigeprojektes „Parkstadt Süd“, das zuvorderst Kapitalinteressen bedient. Mit ihrem Verein OMZ (Obdachlose mit Zukunft) treten sie in Verhandlungen mit der Stadt. Sie sollen in eine Ersatzimmobilie wechseln.

„Eigenbedarf – Leben auf dem Schleudersitz“ (Raphael Knipping und Michael Trammer, 2022, dt., 37 min): Ina, Max, Carina und mehrere Freund*innen sind wohnungslos. Mitten im Corona-Winter 2020 müssen sie teilweise im Freien schlafen. Notunterkünfte der Stadt Hannover böten keine Perspektive, sagen sie. Angesichts der drohenden Kälte versuchen zunächst linke Aktivist*innen mit einer öffentlich angekündigten Besetzungsaktion städtischen Leerstand in Wohnraum für obdach- und wohnungslose Menschen zu verwandeln. Die Cops räumen allerdings sofort. Auf einmal ergibt sich eine neue Möglichkeit dem Leben auf der Straße zu entfliehen: Aktivist*innen haben heimlich einen weiteren Leerstand geöffnet. Die Freund*innen haben echten Eigenbedarf und werden zu Hausbesetzer*innen. Über ein Jahr leben in der heimlichen Besetzung verschiedene Menschen wie auf dem Schleudersitz, immer in der Angst die Stabilität, die ein Dach über dem Kopf bietet, wieder zu verlieren.

Im Anschluß wollen wir uns mit am Film Beteiligten aus Hannover und mit Bewohnenden wie Unterstützenden der Berliner Habersaathstraße 40-48 austauschen. Dieses Wohnprojekt von Obdach- und Wohnungslosen, das aus einer Besetzung hervorgegangen ist, hat mit viel öffentlichem Druck erreicht, dass es bis zum nach wie vor geplanten Abriß des Gebäudes weiter dort bleiben kann.


Ey, SOmMeRfesT!

Kommenden Samstag 20.08. ab 15 Uhr laden wir euch zu unserem mittlerweile zwölften Sommerfest im Garten ein. Das Soli geht diesmal dringend – an uns selbst.

Live & in Farbe: Describing Unity (anarcha-queer-folk-punk)
Ni bandurria Ni zorsal (latin folk) * Schotische Mondlandung (cumbia)
YDEG (emo-postpunk) * Intare & TisL & DJ Pipapo (rap)

Lehmofenpizza * weitere Küfa * Kuchen * kühle Getränke & Cocktails * Tischtennis * Kindertrampolin * Open-Mic für Hinweise/Redebeiträge * Siebdruck-Stuff * Lagerfeuer

Silent Disko ab 22 Uhr

Für die Stadt von unten – gegen die Stadt der Reichen!

Kiezkino: „Der laute Frühling“

Kommenden Freitag, 12.08.22, zeigen wir gegen 20.30 Uhr den Dokumentarfilm Der laute Frühling von Johanna Schellhagen (2022, engl./dt. m. dt. U., 62 min). Im Anschluß findet ein Austausch mit der Regisseurin statt. Menschen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung sind angefragt.

Seit Beginn der UN-Klimakonferenzen im Jahr 1992 sind die jährlichen CO2-Emissionen nicht zurückgegangen. Vielmehr haben sie um über 60 % zugenommen. Die Auswirkungen der Klimakatastrophe machen sich mittlerweile auch hierzulande, im Globalen Norden, drastisch bemerkbar. Die national und global Verantwortlichen der Staaten und Konzerne wollen uns glauben machen, der grüne Kapitalismus und technische Lösungen können uns retten. In der globalen Klimabewegung setzt sich jedoch mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass es so nicht weitergehen kann und dass wir einen Systemwechsel brauchen. In Der laute Frühling schauen wir deshalb auch mit Hilfe von animierten Szenen in die Zukunft, die dringend eine der tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformationen sein müsste. Der Film versucht, Hinweise zu geben wie und durch welche revolutionären Subjekte diese Veränderungen angestoßen werden könnten.

Die Bar ist ab 19.30 Uhr geöffnet. Kein Eintritt, Spenden gerne.

Kiezkino: „Bodies we take to the streets“

Es ist August, und es ist wieder Kiezkino im Garten.

Unsere Kinoreihe mit zunächst vier Filmen startet am Dienstag, 09.08.22 gegen 20.30 Uhr mit Bodies we take to the streets (2021, dt. m. engl U., 62 min). Die Bar ist ab 19.30 Uhr geöffnet. Sollte es doch regnen – wir haben Pavillons und Schirme. Eintritt frei, Spenden gerne!

Der Film porträtiert fünf in Berlin lebende, in verschiedenen Gruppen und Netzwerken aktive Frauen und beleuchtet eine transnationale Perspektive auf feministische Kämpfe. Es werden unterschiedliche Unterdrückungsmechanismen angesprochen, die indirekt und über nationalstaatliche Grenzen hinaus miteinander verwoben und mit Themen rund um soziale Gerechtigkeit, Rassismus und dem Kampf gegen Rechts verbunden sind. Bodies we take to the streets zeigt die Vielfalt einzelner regionaler Proteste und stellt gleichzeitig aber auch die Frage nach Gemeinsamkeiten.

Im Anschluß wollen wir uns über den Film austauschen. Die Regisseurin Bianca Theis wird teilnehmen. Collaboration Of Liberation, Netzwerk Reproduktive Gerechtigkeit, Women Defend Rojava und International Woman Space sind angefragt.

Unsere weiteren Filme:

Freitag 12.08.22 – Der laute Frühling
Wie können wir die Klimakatastrophe aufhalten? Wie geht „systemchange“? Wer will Pipelines sprengen? Wie müssen tiefgreifende gesellschaftliche Transformationen aussehen? Wie kommen Klimaaktivist*innen und Arbeiter*innen zusammen? Nach dem Film Austausch mit der Regisseurin, Menschen der Klimagerechtigkeitsbewegung sind angefragt.

Montag 29.08.22 – Zwei Filme: Eigenbedarf – Leben auf dem Schleudersitz / Unser Haus
Obdachlose und Wohnungslose haben die Schnauze voll, haben Eigenbedarf und besetzen Wohnraum, in Hannover, in Köln.
Im Anschluss Austausch mit am Film „Eigenbedarf“ Beteiligten. Bewohnende der Habersaathstraße und Unterstützende sind angefragt.

Freitag 02.09.22 – Morias Garden (Vorpremiere)
Im Lager Moria, das 2020 abbrannte, entstanden mit und für Geflüchtete Orte zum etwas Luftholen und Abschalten, wie ein Musikworkshop, in dem die Schüler*innen das Gitarrenspielen lernen. Europa baut währenddessen seine Festung weiter aus. Nach dem Film Austausch mit der Regisseurin, die sich aktuell auf Lesbos aufhält. No Border Assembly u.a. sind angefragt.

Und im Garten so?

Mischkulturbeet mit Mais, Bohnen, Kürbis – und sich wild Ausgesäetem. Noch heute werden diese Milpa- oder Drei-Schwestern-Beete von den Mayas in Mittelamerika angebaut, auch von anderen indigenen Bevölkerungsgruppen andernorts.