Der Emmauswald, mit fast 4 Hektar der größte Wald Neuköllns in der Nähe des S/U-Bahnhof Neukölln, sollte zunächst komplett abgeholzt werden. Nach neuesten Informationen von Entwickler BUWOG, ein Unternehmen der Vonovia, soll er nun immer noch zur Hälfte zerstört werden. Dafür will die BUWOG ihre 600 Luxus-Eigentumswohnungen kompakter und höher bauen. Die braucht nach wie vor kein Mensch in Berlin, es sei denn er*sie gehört der kleinen Minderheit jener Spezie an die sich das noch leisten kann – und/oder ist Politiker*in oder Verwaltungsbeamt*in im Dienst der Reichen.
Der Emmauswald ist ein zusammenhängendes wertvolles Biotop, eine Halbierung ist kein Gewinn an Grün, wie es die BUWOG interessegeleitet darzustellen versucht, sondern an krasser Verlust an einem einzigartigen artenreichen Habitat für Pflanzen und Tiere. Einer bezirklichen Kartierung von 2013 zufolge umfasst der Emmauswald 725 Bäume, wovon 331 als erhaltenswert eingestuft sind, darunter wiederum 84 Bäume welche als besonders prägnant gelten, mit einem Stammumfang von mehr als 130 cm. Es gibt u.a. bedrohte Vögel wie Grünspecht und Mäusebussard, es gibt Eidechsen, Füchse, Eichhörnchen, Insekten wie die blauflügelige Ödlandschrecke und zahlreiche Kleinstlebewesen. Und nun ist es offiziell: auch bedrohte und rot gelistete Fledermausarten nutzen den Wald zumindest als Nahrungshabitat wie Breitflügelfledermaus, Rauhhautfledermaus, Zwergfledermaus, Großer Abendsegler. Bringt das die Wende? Hier für die Habitatzerstörung einen rechtlichen Ausgleich zu schaffen dürfte der Betonfraktion ausgesprochen schwer fallen.
Die Ini Emmauswald bleibt! und andere Waldschützende verweisen auf eine direkt benachbarte Brachfläche im Besitz der BUWOG, die dann aber dringend mit Sozialwohnungen zu bebauen wäre. Derselben Argumentation bediente sich einst auch unser Garten, um den Bau von Eigentumswohnungen der Baugruppe Bo11 abzuwenden und die bedrohte Hälfte des Gartens bzw. einen Teil davon zu retten. Und da war es nicht ein Senat der das Planungsrecht an sich zog, sondern es war der parteigrüne Baustadtrat Biedermann der hinter unserem Rücken Deals mit dem Investor ausheckte. Ergebnis: mehr Versiegelung, weniger artenreiches Gartengrün, Verschattung, Booster für Mietpreisssteigerungen, erhöhte Gefahr weiterer Bebauung.
Der Emmauswald aber hat viele Fürsprechende – und zu schützende Fledermäuse! Auch eine vom Senat erteilte Baugenehmigung auf neuer Grundlage bliebe mit ihren desaströsen Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Stadtentwicklung völlig unakzeptabel. Deshalb: Bebauungsplan stoppen! Keine Profite für wenige statt Natur für alle!
Handreichung zum bisherigen Bebauungsplan XIV 286a, Emmauskirchhof West
Ausführlich von Wald statt Asphalt
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